Agra und das unglaublich berührende Taj Mahal

Heute morgen beim Aufstehen hatte ich schon Sorge, dass das Taj Mahal über Nacht abgerissen wurde 🙂

Von dem versprochenen Ausblick vom Bett aus war nämlich nichts zu entdecken …

Aber ich kann euch beruhigen! Ich konnte das Taj heute morgen nur nicht entdecken, weil es zu diesig war …

Es steht noch da! In voller Pracht!



Hannahs spontane Reaktion lautete: „Scheiße, sieht das geil aus!“

Das deute ich mal als Kompliment einer 16-jährigen!
Ich habe schon viel vom Taj gelesen und kenne etliche Leute, die dieses Bauwerk bereits besucht haben.

Ich hätte mir diesen Anblick aber in meinen kühnsten Träumen nicht so grandios ausgemalt!

Wunderschöne filigrane Arbeiten und wunderschöne Steine, die in den Marmor eingesetzt wurden und je nach Lichteinfall verschieden leuchten und glitzern.

Und entgegen der landläufigen Meinung soll die Geschichte ganz anders lauten! Angeblich entstand der Gedanke für den Bau eines Mausoleums nicht im Kopf von Shah Jahan, sondern in dem seiner Frau Mumtaz Mahal (Taj ist der Kosename von ihr).

Sie soll angeblich schon langer vor ihrem Tod darum gebeten haben, dass er für sie ein Denkmal errichten lässt, falls sie einmal stirbt!

Schwuppdiwupp nach 14 Geburten war es dann auch schon so weit. Shah Jahan hat sich an sein Versprechen erinnert und die nächsten 22 Jahre nur noch damit verbracht, das Denkmal bauen zu lassen.

Tja Schatzi … kannst dir schon mal überlegen, wie du das toppen willst :))

Zurück zum Taj …

Ein unglaubliches Denkmal! Ein Hoch auf die damaligen Handwerker und den damaligen Architekten! Ich hab mir dieses Riesengebäude angeschaut und mich ehrlich gesagt gewundert, dass es „nur“ 22 Jahre bis zur Fertigstellung gedauert hat. Schließlich gab es keinerlei Maschinen oder andere Hilfsmittel. Die gesamten Materialien mussten zu Fuß oder mit Hilfe von Elefanten herangekarrt werden … 

Ich bin immer noch begeistert!

Und bewahre das Taj nicht nur ganz tief im Herzen, sondern halte es auch noch in meinen Händen! 

Unnötig zu erwähnen, dass Hannah dieses Foto megapeinlich findet, oder? 


Der gesamte Komplex ist symmetrisch angelegt. Alles, was sich auf der linken Seite des Gartens oder des Mausoleums befindet, befindet sich ebenfalls auf der rechten.

Im Westen Richtung Mekka steht eine Moschee, die heute noch als solche genutzt wird. In Richtung Osten steht ein baugleiches Gästehaus.

Alle 4 Minarette, die das Mausoleum umrahmen, sind leicht geneigt. Warum?

Damit sie bei einem Erdbeben nicht auf das Hauptgebäude stürzen, sondern zu den abgewandten Seiten des Denkmals fallen! Unglaublich, dass sich darüber schon 1631 jemand Gedanken gemacht hat, oder?

Ich jedenfalls war schwer beeindruckt!

Als der gute Shah Jahan dann allerdings anfangen wollte, auch noch sein eigenes Mausoleum auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses aus schwarzem Marmor zu errichten, wurde es seinem ältesten Sohn zu bunt. 

Wahrscheinlich dachte er, der Alte kann sich nicht noch einmal 22 Jahre nur mit dem Bau eines weiteren Denkmals beschäftigen und weiter meine Kohle verschleudern :).

Aus nichtigem Grund wurde Shah Jahan von seinem eigenen Sohn ins – zugegebenermaßen sehr feudale Gefängnis in seinem Fort – eingekerkert und konnte somit nur noch von weitem Blicke auf das Grabmal seiner Liebsten werfen.


Dort starb er dann 8 Jahre später!


Seine Lieblingstochter brachte in einer Nacht- und Nebelaktion die Leiche ihres Vaters über den Fluss und sorgte dafür, dass er neben seiner Mumtaz beerdigt werden konnte. 

Und da liegen sie nun vereint seit über 450 Jahren!

Ach, wie romantisch … kein Wunder, dass das Taj mit zu den beliebtesten Orten frisch verheirateter Inder gehört 🙂

Etwas irritiert war ich allerdings, das überall mehr oder weniger sichtbar – insbesondere an den Haupteingängen – Militär herumhing.


Aufgrund der Terrorgefahr (und Indien ist fast so paranoid wie die USA) wird das Taj Mahal rund um die Uhr bewacht. Das Gelände kann nur nach Sicherheitskontrollen betreten werden, die Mitnahme von eigenen Getränken oder Essen ist strikt verboten. Am Eingang erhält man eine Flasche Wasser, die man mit hineinnehmen darf. That’s it!

Die Frau vor mir musste sogar ihre 5 Erdnüsse in den Mülleimer schmeißen 😉

Das Agra Fort haben wir uns natürlich auch noch angeschaut. Und dort gab es ebenfalls eine unglaubliche Geschichte!


Diese betrifft jetzt aber nicht die Geschichte des Forts, sondern Hannah 🙂

Wie üblich mussten wir zwischendurch immer mal wieder Fotomodell für all die Inder spielen.

Irgendwann drängelte sich ein kleines Kind an Hannah heran. 2 Frauen in Burka standen tief verschleiert ebenfalls neben Hannah. Als die dritte Frau (ebenfalls in Burka) ein Foto schießen wollte, hat die rechts neben Hannah stehende Frau ihr Tuch nach hinten gehoben und sich UNVERSCHLEIERT fotografieren lassen. Natürlich nicht, ohne vorher noch zu nach links und rechts schauen, ob sie auch ja niemand Männliches beobachtet!

Wir waren vollkommen perplex!

Ich würde euch dieses Foto auch gerne zur Verfügung stellen, leider stand ich schräg hinter Hannah ….

Und wie haben wir den weiteren Tag verbracht? Was meint ihr?

Richtig! Wir sind von Dachterrasse zu Dachterrasse geschlendert und haben versucht diejenige zu finden, die definitiv den besten Blick auf das Taj Mahal hat.

Unsere erste Wahl fiel eindeutig aus – das „Sai Palace Hotel“ erhält den Zuschlag :).


Ansonsten gibt es zu Agra auch nicht zu sagen. Die Stadt lebt vom Taj Mahal und der Liebesgeschichte!

Außer vielleicht, dass die dortigen Ziegen Pullover tragen und einige wohl BVB-Fan sind 😉


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