Lumbini

Lumbini ist Geburtsort von Buddha und Pilgerort von ca. 1 Milliarde Buddhisten in der Welt. So weit, so gut!

Ich hätte allerdings nicht erwartet, dass sie alle dieses Wochenende in Lumbini einfallen 🙂

In Nepal ist wieder mal „Holiday“!

Ich habe das Gefühl, es gibt jede Woche 5 verschiedene Feiertage für die verschiedenen Religionen, Volksstämme oder auch einfach nur für die Bewohner der einzelnen Städte.

Da könnten selbst Bayern und Baden-Württemberg neidisch werden 🙂

Lange Rede, kurzer Sinn! Der Dorfkern Lumbini Bazaar ist vollkommen ausgebucht. Wir sind mit unseren Rucksäcken von Pontius zu Pilatus gelatscht und haben uns überall Absagen eingehandelt.

Stimmt nicht …. Ein Zimmer war frei! Zu einem guten Kurs! 600 Rupien (umgerechnet ca. 7 Euro), sogar mit Badezimmer.

Hört sich erst einmal gut an, oder? 

Wir haben es dennoch nicht genommen! 

Die Kakerlaken hatten sich eine eigene Stadt in dem Raum gebaut und das Bett war der Mount Everest. Jedes von den Viechern wollte dort hinauf 🙂

Schlussendlich haben wir ein Zimmer in einem chinesischen Hotel ein bisschen außerhalb des Dorfkerns bekommen. Wer chinesische Hotels kennt, wird wissen, dass auch diese Plätze nicht zu den Highlights einer Reise gehören. Über den Preis will ich hier gar nicht groß schreiben …

Wisst ihr was? 

An solchen Tagen denke ich manchmal bei mir: „Sabinchen, so eine Pauschalreise wäre doch auch mal ganz nett, oder? In den Flieger steigen, vom Bus abgeholt werden, in ein sauberes Zimmer einchecken, Handtücher im Badezimmer, fließendes warmes Wasser, saubere Bettwäsche, vielleicht sogar ein Pool vor der Zimmertür und dazu ein schickes Restaurant mit Kerzenlicht und eisgekühltem Weißwein!“

Vielleicht im nächsten Leben! Oder nächstes Jahr … 🙂

Zurück zu Lumbini! 

Außer buddhistischen Pilgern gibt es 1 Milliarde Fliegen, die sich überall im Gesicht festsetzen und dazu ungefähr 1 Trilliarde Moskitos! Diese setzen sich auf die Flecken des Körpers, die nicht von den Fliegen besetzt sind und erfreuen sich an frischem Blut. Wir sind total zerstochen und haben schon Muskelkater in den Armen und Händen, weil wir wie wild um uns schlagen, um die Viecher zu vertreiben.

Keine Chance!

Ansonsten ist Lumbini aber ganz spannend! 

Es gibt nur ganz wenige westliche Touristen und von denen ist ebenfalls jeder auf der Suche nach einem Zimmer. Das sorgt natürlich für Gesprächsstoff und selbst die „Ach so Coolen ich übernachte sowieso nur im Kloster, laufe die ganze Zeit barfuß und rede ansonsten gar nicht mit normalen Reisenden hardcore Nepal und Indien-Traveller“ können sich auf einmal ganz normal mit uns unterhalten 🙂

Der Ort ist staubig und klein und manchmal auch ein wenig spooky. Es gibt keine befestigten Straßen und insbesondere am Abend ist der Platz ohne Straßenbeleuchtung und Strom ein wenig gewöhnungsbedürftig.


Alle Leute bewegen sich mit dem Fahrrad durch die Gegend und am Eingang zu den Tempeln gibt es jede Menge Foodstalls, die Essen für wenige Cents verkaufen. 

Apropros … abgesehen von unserem Zimmer leben wir hier sehr sehr günstig, auch das Essen in den 2 exisistierenden Restaurants ist günstig (und lecker).

Das ist auch gut so, denn die 2 vorhandenen Geldautomaten in Lumbini sind – wieder mal wie so häufig in Nepal – „out of order“. Wir haben für 2 Tage – nach Abzug der Busfahrkarten – ungefähr 8 Euro für 2 Leute zur Verfügung.


Aufgrund der nicht vorhanden Kohle für Eintrittsgelder haben wir  uns den Maya Devi-Tempel gespart. Es gab auch so genug zu sehen und zu entdecken.

Rund um das Gebiet von Lumbini entstehen jede Menge neuer buddhistischer Tempel. 

Fast jedes Land mit einer buddhistischen Gemeinde möchte sich dort mit einem Tempel verewigen. Und auch wenn von den 42 geplanten Tempel bis jetzt erst 12 Tempel errichtet wurden, hat es fast schon so ein wenig „buddihistisches Disney-Land-Charakter“. 

Versteht mich nicht falsch, ich habe die Zeit auf dem Gelände sehr genossen.



Aber lustig ist es schon, wie sich auf kleinstem Gebiet ein Tempel neben dem nächsten in die Höhe schraubt 🙂


Mein Highlight des Tages waren allerdings – wieder mal  – nicht die kulturellen Geschichten, sondern die zwischenmenschlichen.


Wo wir auftauchten waren wir sofort von Asiaten umringt und mussten Fragen beantworten.


Bist du verheiratet?


Wo ist dein Ehemann?

Wieso reist dein Sohn nicht mit dir?

Ungläubiges Kopfschütteln und „oh oh“-Laute, als ich erzählte, dass Lasse gerade in der Dominikanischen Repbublik ist und Thomas zur Zeit in den Staaten arbeitet …

Ist dein Sohn verheiratet?

Hast du dir schon eine Schwiegertochter ausgesucht?

Was für eine Schwiegertochter wünscht du dir? Eine, die arbeitet?

Kannst du kochen?

Was verdienst du?

Magst du deinen Chef?

Warum gehst du zu Fuß und fährst nicht Rikscha oder Fahrrad?

Machst du deine Haare mal auf?

Warum trägst du ein schwarzes Kleid?

Warum bist du so groß?

Warum ist deine Tochter so groß?

Überlegt euch irgendeine Frage, die ihr irgend einer fremden (oder auch befreundeten) Person stellen würdet …. WIR haben sie beantwortet!

Und immer wieder die Kinder, die kreischend „What’s your name? Where are you from?“ rufen und um uns herumhüpfen.

Und natürlich mussten wir ungefähr wieder 17465623 mal Fotomodell spielen 🙂




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