Bhaktapur

„Gäbe es nichts anderes in Nepal, ausgenommen dem Bhaktapur Durbar Square, wäre sein Anblick es immer noch mehr als wert die halbe Welt zu umreisen.“

Diesen Satz habe ich aus dem Buch „Das letzte Zuhause von Geheimnis“ aus dem Jahre 1929 von Edward Alexander Powell geklaut … Aber er passte gerade so gut 🙂

Bhaktapur besteht seit dem 9. Jahrhundert und ist die wohl best erhaltendste mittelalterliche Stadt in Nepal. In den 90ern erlebt der Durbar Square (Königspalast-Platz) ein glanzvolles Comeback als Kulisse von „Little Buddha“. Außerdem ist die Stadt Weltkulturerbe der Unesco.

Nepal erkannte ziemlich schnell, dass sich aus diesen beiden Geschichten schnell viel Geld machen lässt und verlangt jetzt Eintritt für den Besuch in Bhaktapur. Und nicht zu wenig! Ich bin fast umgefallen, als wir pro Person 1.500,00 (!) Rupien bezahlen sollten. Handeln war zwecklos. „It’s a fixed price!“

Das Geld wird für den Erhalt der alten Häuser und die Restaurierung der Tempel aufgewendet. Außerdem ist die Stadt inzwischen größtenteils Fußgängerzone. Man muss also nicht andauernd Mopedfahrern ausweichen, sondern kann in Ruhe durch die Gassen schlendern.
Und ja, es ist schön! Sehr schön sogar! Für mich eine Stadt, die mit sich im Reinen ist und den ganzen Trubel Trubel sein lässt.



In den Straßen und auf den diversen Plätzen herrschte buntes Treiben. Viele Touristen, aber auch die Bewohner der Stadt haben den Samstag (in Nepal unseren Sonntag) genossen.


Überall Gläubige, die die Tempel besuchten und ihre Pujas verrichteten. Auf der Straße hockende Bauern, die Gemüse aus Körben anbieten und Frauen, die ihre Wäsche an öffentlichen Plätzen waschen. Dazu noch ein paar Leute, die Reis dreschen (heißt das so??) und jede Menge selbsternannter „Führer“, die einem die Stadt zeigen und erklären wollen.




Normalerweise nehme ich solche Angebote ja gerne an, weil ich der Meinung bin, dass man durch mündliche Erklärungen von den Bewohnern einfach mehr über einen Ort erfährt, als wenn man alleine in einem Reiseführer herumblättert.

Heute war das leider nicht drinne. 

Nach dem horrenden (und wie ich finde wirklich schon unverschämten Eintrittspreis) war ein Fremdenführer nicht mehr zu bezahlen, genau so wenig wie ein Wasser oder eine Cola. Alles Geld innerhalb von 5 Minuten aufgebraucht …

Zum Vergleich: Für 1.500,00 Rupien bekommt man ein Doppelzimmer mit privatem Badezimmer …

Wir haben natürlich trotzdem mit den Leuten gesabbelt und dabei habe ich erfahren, dass die Deutschen in Bhaktapur ganz hoch angesehen sind.

Warum? Weil wir (damals noch unter der Regierung von Helmut Kohl) ein langfristiges Restaurierungs- und Sanierungsprogamm in Bhaktapur finanzieren. 

Ich sage doch immer wieder: Reisen bildet!

Aber wichtiger sind für mich ja immer die kleinen Anekdoten am Rande. So habe ich mich zum Beispiel längere Zeit mit einem Typen über unsere beiden sehr unterschiedlichen Leben unterhalten  

Ich erzählte ein wenig von meinem Leben (Job, 5-Tage-Woche, Kids, Wohnung, Haustiere etc.) und er erzählte ebenfalls. 

Er arbeitet, wenn es einen Job gibt und lebt mit seinem Bruder, seiner Frau und 2 kleinen Kindern in einem Raum. Außerdem gehört seine Mutter noch zu seinem Haushalt. Und nun kommts:

„She is very very very old! She will be 50 next year!“ Dazu dieses schöne Kopfwackeln.

Hannah ist fast zusammengebrochen und ich habe ihm nicht erzählt, dass ich nächstes Jahr auch 50 werde ;).

Sollte es euch irgendwann mal nach Nepal verschlagen, nutzt die Zeit und besucht Bhaktapur. Bhaktapur ist von Kathmandu einfach mit dem Bus zu erreichen. Dauert ca. 1 Stunde und kostet 30 Rupien.

Wir hatten leider zu wenig Zeit. Aber wer weiß, vielleicht verbringe ich noch einmal eine Nacht an diesem schönen Ort. Einer unserer Führer hat uns nämlich erzählt, dass wir das 1.500,00 Rupien-Ticket mit einem Passbild und unter Vorlage unseres Reisepasses für die Dauer unseres Visums verlängern können. 

Hätte uns die Tante an der Eintrittskasse ja auch mal erzählen können, oder? Dann hätte ich mich wahrscheinlich auch nicht so über den Eintrittspreis echauffiert 🙂




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