Rassismus und Korruption in Südafrika

Wie jeder weiß, ist das Apartheid-Regime seit 20 Jahren in Südafrika Geschichte.

Und? Hat sich was geändert?

Nicht wirklich, wie ich durch viele Gespräche erfahren habe.

Größtenteils gilt immer noch ein Prinzip! Schwarz gegen Weiß und Weiß gegen Schwarz und auch Schwarz gegen Schwarz!

Nun steht es mir mit Sicherheit nicht zu, über dieses Thema irgendein Urteil abzugeben oder dieses gar zu bewerten.

Aber es ist wie es ist und ich finde, es ist auch einmal notwendig darüber offen und ehrlich zu schreiben.

Größtenteils sieht es so aus:

Die weißen Bürger der Elite des Landes haben immer noch das Geld und können sich demnach in ihren Villen hinter Elektrozäunen und mit Sicherheitspersonal verschanzen. 

Wenn man als weißer Mensch aber nicht in dieser Geldliga mitspielt und sich beispielsweise als Dachdecker selbständig machen möchte, muss man sich in einer Warteliste eintragen, um ein „Permit“ zu bekommen. Da diese Permits nach Hautfarbe ausgestellt werden, hängen diese nicht gestopften weißen Leute ganz am Ende der Warteschleife, können halt nicht in ihrem Beruf arbeiten und müssen sich mit Hilfsjobs über Wasser halten.

Sorgt für ein bisschen Unmut …

Wenn man als schwarzer Mann vorne in der Warteschlänge hängt und endlich ein Permit als Dachdecker erhält, heißt das nicht unbedingt, dass man auch Aufträge bekommt. Die wenigsten schwarzen Leute können einen Handwerker bezahlen und flicken sich ihre Unterkünfte mehr oder weniger selbst zusammen. Von den weißen Leuten erhält der schwarze Dachdecker aber ebenfalls keine Aufträge. Weiße Leute suchen sich die verbliebenen weißen Dachdecker aus.

Sorgt ebenfalls für ein bisschen Unmut …

Und wenn nun der schwarze Dachdecker, der ja ebenfalls seine Familie ernähren muss, sich auch Hilfsjobs sucht (und definitiv keinen Job in der Tourismusbranche erhält), sich diese restlichen Jobs mit Leuten aus dem Senegal, Kamerun oder Äthopien teilen muss, sorgt das ebenfalls für Unmut ….

Eigentlich sind also alle unzufrieden! Ausgenommen die weißen Leute in der Capetown-Region und in Stellenbosch 🙂

Ich kann das nur mit einem Smiley hinterlegen, da mich dieses Thema sehr beschäftigt. Und ich als Außenstehende vermute ganz stark, dass das Thema Kriminalität und Rassismus in den nächsten Jahren in Südafrika noch immens steigen wird.

Ich habe von etlichen Weißen gehört: „Kaffer! Die kriegen es nie auf die Reihe! Guck sie dir doch an! Im Grunde genommen sind sie faul und wollen nur schlafen und saufen!“

Ich habe von etlichen Schwarzen gehört: “ Wir hassen die Weißen! Immer noch! Ich bin so erzogen! Und glaube mir, vor 10 Jahren hätte ich mich nicht mal mit dir unterhalten! Bloody Capetown-Chicks!“

Ich habe außerdem von etlichen Schwarzen gehört: „Wir wollen die Afrikaner (Senegal etc.) nicht in unserem Land haben! Wir haben selber nichts! Scheiß auf Black Brother!“

Und gerade heute habe ich einen Artikel in einer Zeitung überflogen, wonach es „weißen“ Leuten verboten ist, zu betteln. Wohlgemerkt, nur den weißen …

Tja, und nun? 

Ist die Vision von Nelson Mandela gescheitert? Den sie im übrigen alle lieben, sowohl schwarz als auch weiß?

Ich hoffe nicht! Das Ende der Rassentrennung ist erst eine Generation her … 

Aber ich habe ein bisschen Sorge, dass die Südafrikaner auf einem Pulverfass der Gegebenheiten, Arbeitslosigkeit, Formalien und auch der Gefühle sitzen. Und das dieses von vielen Leuten einfach nicht wahrgenommen werden will. Insbesondere von der Regierung, über die alle schimpfen. Da sind schwarz und weiß sich total einig 🙂 Es gibt anscheinend eine immense Korruption und das schließt sowohl die kleinsten Beamten als auch die höchsten Regierungsträger ein … 

Drückt die Daumen, dass Mandelas Vision nicht scheitert … 

Das „Vorzeigemodell“ – wie Südafrika oft in der Vergangenheit beschrieben wurde – gibt es meiner Meinung nach allerdings nicht mehr.







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