Kontrastprogramm par excellence

Was machen ca. 95 % aller Touristen in Kapstadt? Nachdem sie hierher geflogen sind, um an der V & A Waterfront zu shoppen? Und sofern das Wetter es zulässt?

Richtig!

Sie klettern oder fahren mit der Seilbahn auf den Tafelberg! Dieser Berg ist so präsent, selbst mich zieht er inzwischen in die Höhe :)!


Also haben auch wir ihm heute einen Besuch abgestattet:





Vorher aber waren wir in Imiziamo Yethu, einem Township ungefähr  15 km von Kapstadt entfernt. Imiziamo Yethu heiß übersetzt „wir werden es schaffen“ … Gibt es einen besseren Begriff für Hoffnung und Lebensmut?

Wir haben eine Tour durch das Viertel gemacht und waren schwer beeindruckt.

War jemand schon mal in einem Township? Oder einem Slum?

Für uns Außenstehende sieht das ja erst einmal alles furchtbar und bemitleidenswert aus.

Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass die Leute nach unseren Maßstäben „unglücklich“ sind.

Die Wege waren voll mit Menschen und es herrschte eine lockere Stimmung. Gesabbel her, Gesabbel da, Kinder mittenmang!

Sowohl die Frauen als auch die Männer waren teilweise sehr schick zurecht gemacht (Sonntag ist Kirchentag!) und wir wurden freundlich begrüßt, aufgefordert, Fotos zu machen und in die Häuser eingeladen.


Mir ist so etwas ja tendenziell unangenehm … Aber ich habe mir 2 Häuser / Hütten angeschaut und war ehrlich gesagt sehr überrascht, wie ordentlich und sauber alles war. Der Schein von außen trügt, wie meine Oma immer zu sagen pflegte 🙂

Kenny war ein guter Führer für uns und ist anscheinend auch sehr guter Führer für seine Community.

Es leben (und lieben) knapp 25.000 Menschen in 4.000 Hütten (inzwischen teilweise auch Steinhäusern) und es wird viel getan.

Es gibt einen Kindergarten,


2 Schulen und ein Community-Center, in dem die Leute dieses Viertels kostenfrei Computer nutzen können.

Gerade wird eine Sporthalle gebaut, damit die Kids nicht auf dumme Gedanken kommen, wenn ihre Eltern 14 Stunden unterwegs sind, um Geld zu verdienen.

Und inzwischen wird Imiziamo Yethu sogar von MyCiti aus Kapstadt angefahren.

Dem Staat bleibt wohl auch nichts anderes mehr übrig … Wer sollte denn sonst wohl die Pferde der Europäer pflegen, die Touris bedienen und die Guesthäuser sauber machen?

Puh! Das war böse, Sabine!

Aber es ist doch wahr!

Kenny hat mir erlaubt, seine Email-Adresse kennytworke@gmail.com zu posten, um ein bisschen Werbung für seine Community und das Projekt little lamp zu machen, welches von einer deutschen Frau ins Leben gerufen wurde. Schreibt ihn gerne an, wenn ihr Fragen habt!

Zurück zum Leben in Imiziamo Yethu …

Es sieht zwar nicht aus wie in Hanburg Winterhude, aber es gibt …

eine Tankstelle und Autowaschanlage:



diverse Supermärkte:




 etliche Friseure:


mehrere Kirchen:


 einen Schuster:


und Regeln für den Umgang miteinander:




Ich will allerdings nicht verschweigen, dass es auch eine andere Seite im Township gibt. Typen, die morgens um 10:00 Uhr schon mit harten Getränken an der Ecke lungern, 13-jährige Mädchen mit dicken Bäuchen, Dreck und Abfall und Kinder mit triefenden Rotznasen … 

Wenn ihr die Gelegenheit habt, einmal eine Township-Tour mitzumachen, nutzt sie. Achtet aber bitte darauf, dass das Geld, das ihr für die Führung zahlt, auch wirklich in der Community bleibt und nicht bei irgendwelchen Reiseveranstaltern in der Kasse landet 🙂

Nach unserer Township-Tour sind wir nach Camps Bay gefahren.

Und das war dann wieder eine ganz andere Welt!

Ferraris, Porsches und Harleys brausen die Strandpromenade entlang und in den Restaurants wird Champagner zum Mittagessen geordert.

Schon schräg, wenn man bedenkt, dass es eine halbe Stunde Fahrzeit entfernt, Familien gibt, die keinen Strom und kein fließendes Wasser haben und sich mit 3 anderen Familien eine Toilette und Dusche teilen müssen …

Aber Camps Bay ist ein wirklich schöner Badeort, in dem man gut einen Tag abhängen und großartige Sandwiches verspeisen kann :). 

Und das alles im Schatten des Tafelberges …



Erreichen könnte ihr Camps Bay übrigens sehr gut mit MyCiti, der Busgesellschaft in Kapstadt. 

MyCiti fährt viele der Strandorte auf der Seite des Pazifischen Ozeans an. Zudem ist sie sicher und fährt nach Fahrplan. Das erspart euch abenteuerliche Fahrten mit den Minibussen, bei denen ihr nicht wisst, wann sie abfahren und mit denen ihr ewig lange unterwegs seid, weil diese überall auf Zuruf anhalten.

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