District 6 Museum

Mit dem Thema Apartheid wird man Südafrika verständlicherweise überall konfrontiert. Ein Besuch des District 6 Museums stand daher sowohl auf meiner als auch auf Hannah’s To-Do-Liste ganz weit oben.

Wer mit dem Thema nicht so vertraut ist … 

Der District 6 war seinerzeit im Grunde genommen der einzige Platz, in dem Familien verschiedener „Rassen“ zusammenleben konnten. 

Es gab unter dem Apartheidsregime 4 „Rassen“. 

Die Europäer (verschwindend geringer Anteil von knapp 4 (!!) Prozent der Bevölkerung), die Kap-Malaien (ehemalige Sklaven, die größtenteils aus Indonesien ans Kap gebracht wurden und von den Holländern und Engländern „geordert“ wurden (sorry, mir fällt kein anderer Ausdruck ein), „Schwarzen“ und „Hottentotten“ (ebenfalls ein geringer Teil der Bevölkerung) und den „coloured people“. 

Ein buntes Völkchen, die sich aus allen „Rassen“ zusammensetzte. 

„Coloured people“ ist auch heute ein gängiger Begriff und betrifft eigentlich 90 % der hier lebenden (und liebenden) Menschen. 

Für mich war das erst mal ein etwas befremdlicher Begriff, aber man hört ihn hier überall. „I’m black! I’m coloured!“ Die Leute sind stolz darauf, sich „bezeichnen“ zu können! 

Ich finde es ein bisschen schräg. Das liegt vielleicht auch daran, dass es für mich nie wichtig und lebensnotwendig war, mich als „blond“ (keine Witze bitte!) bezeichnen zu müssen.

Zurück zum District 6 … In diesem Viertel lebte ein buntes Gemisch von Leuten. 

Europäische Männer mit schwarzen Frauen und farbigen Kindern. 

Dazu ein wenig Kriminalität, viel Blues- und Jazz-Musik, viele Schriftsteller, viele Intellektuelle, die die Welt verbessern wollten.

Halt eine alternative Szene 🙂

Und dann wird von den 4 % Prozent „Europäern“ beschlossen, diesen District ohne Vorwarung über Nacht zu räumen. 

Bulldozzer reißen die Häuser ein, die Leute werden zwangsumgesiedelt. Familien werden auseinander gerissen, weil sie halt in die 4 „Rassen“ unterteilt wurden und sich nur in bestimmten Regionen aufhalten durften.

Auf gut Deutsch heißt dieses … Mutter wohnt in Bezirk 4, Vater wohnt in Bezirk 9 und die Kinder sind im Bezirk 11 für sich alleine verantwortlich und müssen sehen, wie sie durch’s Leben kommen!

Was für ein Irrsinn!

Ich schweife schon wieder ab, oder?

Zurück zum Besuch im Museum … Für mich war es sehr bewegend! Ich bin mit schwerem Herzen und trockenem Mund dort durchgegangen, musste mehrfach schlucken und war froh um die Ruhe, die dort herrschte.







Irgendwann setzte sich dann eine Frau ans Klavier und spielte „Mad World“. Unnötig zu erwähnen, dass ich gleich wieder in Tränen ausgebrochen bin, oder?

Und wisst ihr, was ich richtig geil finde?

District 6 ist bis heute mehr Unkraut als Wohnort. Mitten in der Stadt liegt ein Filetstück von Immobiliengrund brach und wird von der Natur überwuchert, weil dort aufgrund der Geschichte kaum jemand wohnen möchte. 

Nach hinten losgegangen die Geschichte 🙂




Am Nachmittag waren wir an der V & A Waterfront. Waren wir eigentlich gar nicht, wir sind nur kurz vorbei gefahren und haben einen Stop am Hafen gemacht.


Das Vorbeifahren hat mir eigentlich schon gelangt. Es ist hübsch, es ist schick, es gibt viele viele Einkaufsmöglichkeiten direkt am Wasser. Aber warum bitte fährt man ans Ende der Welt, um Sachen einzukaufen, die man genau so gut in London, Philadelphia, Rom, Wien oder meinetwegen auch Norderstedt einkaufen kann? Ich werde so etwas nie verstehen …
Wir haben uns also nicht die Schaufenster angeschaut, sondern uns auf die Robben konzentiert 🙂


Und natürlich auf den Tafelberg und seine Wolken … sooo schön 🙂

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