Bin ich naiv oder fehlt mir mein "Paranoia-Gen"?

Jupp … und heute kommen wir mal zu einem anscheinend wirklich wichtigen Thema! 

Beim Surfen auf all meinen Lieblingsseiten bin ich gestern immer wieder auf – so nenne ich es einmal – „Paranoia-Seiten“ gestoßen. 

Wer mich kennt, weiß dass ich an das Gesetz der Anziehung glaube! Da ich aber gestern einen supernetten Tag hatte, kann ich mir das gar nicht erklären …

Ich fühlte mich schon fast verfolgt von Fragen wie:

Was kann mir auf einer Reise alles passieren? Was ist eine „Geldkatze“? Wo verstaue ich sie? Am Bauch, am Bein, am Arm? Wem (und wie vielen Leuten?) gebe ich einen „Notfallzettel“? Wie viele Schlösser benötige ich für meinen Rucksack und meinen Bungalow? Wie oft werde ich in Asien / Afrika / Südeuropa / Amerika überfallen? Gibt es Erfahrungswerte? Brauche ich eine „Kette“, damit ich mit dem Bus oder mit der Bahn fahren kann? Wie mache ich meinen Rucksack „sicher“? Was passiert, wenn der „Worst case“ eintritt? Woran erkenne ich Leute, die mir Drogen in den Rucksack … in die Hosentasche … in die Backentasche … in den Hintern 🙂 stecken wollen?

Ich war ein bisschen irritiert! Sehr sogar ….

Ich will mich hier nicht als Super-Traveller aufführen und kann mit Sicherheit verstehen, wenn Leute „Angst“ haben … aus welchen Gründen auch immer!

Ich kenne Leute, die kein Auto fahren! Ich kenne Leute, die vor dem Schlafengehen noch einmal durch die Wohnung gehen und überprüfen, ob alle Fensterriegel gesichert sind! Ich kenne sogar Leute, die nachts mit einem Brieföffner (!) auf dem Nachttisch neben sich schlafen! Ich kenne Leute, die abends grundsätzlich nicht alleine mit der U-Bahn fahren! Ich kenne Frauen, die nachts nicht alleine zu einem Taxifahrer ins Auto steigen! Ich kenne Leute, die Angst haben, ihre Meinung zu vertreten … 🙂

Und ich habe (viel) Erfahrung mit Leuten, die Angst- und Panikattacken haben … insofern denke ich, dass ich zu dem Thema Angst einiges sagen kann!

Sicherlich ist es nützlich, wenn man sich vor der Abreise Gedanken darüber macht, was passieren „könnte“. Aber muss ich mir das Leben so schwer machen? Insbesondere, wenn ich auf eine längere Tour gehe?

Ich mach mir auch Gedanken, wie unsere Reise läuft. Und ich habe für mich entschieden, in Afrika nachts nicht dem Minivan durch die Gegend zu fahren. Solche Überlegungen finde ich auch sinnvoll.

Aber muss ich mir zu Hause schon überlegen, was im schlimmsten Fall passieren kann?

Was ist überhaupt der worst case? Nun, für mich persönlich kann ich die Frage ganz schnell beantworten. Der schlimmste Fall wäre, wenn meiner Tochter etwas passiert. Der zweitschlimmste Fall wäre natürlich, wenn mir was passiert und Hannah im Zweifel alleine in Indien steht und sich durchschlagen muss.

Aber alles andere? Alles andere ist ersetzbar! Sicherlich nicht schön, wenn man ausgeraubt oder überfallen wird. Aber das ist auch in Deutschland oder Europa nicht gerade prima! Und kann genau so passieren. Wenn hier „alles“ weg ist (Portemonnaie, Krankenkassenkarte, Führerschein, Haustürschlüssel, Autoschlüssel etc.). hätte ich mit Sicherheit mehr „Aktion“ als auf Reisen.

Auf Reisen habe ich nicht viel bei mir. Wenn ich weiß, dass ich Geld ziehen muss, habe ich 1 Kreditkarte in einem kleinen Portemonnaie bei mir und 1 weitere in einem anderen „Versteck“. Wenn ich weiß, dass ich kein Geld benötige, sind beide Karten versteckt.

Ich schleppe generell nicht 500 US-Dollar mit mir rum, sondern packe – wenn ich weiß, dass ich die nächsten Tage viel Geld benötige und keine Möglichkeit habe, an einen Geldautomaten zu kommen – das Geld entweder in einen Safe im Hostel oder verstecke dieses an Orten, die man nicht mal vermuten würde :). Und damit meine ich jetzt nicht die Matratze …

Tendenziell würde ich sagen, habe ich an Bargeld nicht mehr als umgerechnet 50,00 Euro bei mir. Wenn überhaupt … Das diszipliniert auch ein wenig! So kann ich nämlich nicht andauernd Kleidchen kaufen :).

Ich schleppe auch keine Handtasche oder viel Schmuck an den Fingern oder am Hals mit mir rum!

Allerdings habe ich immer ein IMMER ein wenig Geld in der Hosentasche bei mir, dass ich zur Not jemandem aushändigen kann. 20,00 Euro sind in Java auf dem Land viel Geld, in Europa aber nicht!

Ich habe auf den Seiten gestern gelesen, dass einige Leute sich einen „Heulalarm“ im Rucksack einbauen lassen. Bis gestern wusste ich nicht einmal, dass es das gibt! Für mich stellt sich allerdings die Frage, wie man das mitbekommt, wenn der Rucksack oben auf dem Bus oder aber im Gepäckfach liegt …

Klar macht es Sinn, nicht in den Bus zu steigen, bevor man sich vergewissert hat, dass das Teil auch wirklich sicher verstaut ist. Aber das hat etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun … Schließlich lässt man in Köln im Früh seine Handtasche auch nicht einfach auf dem Tisch liegen und verschwindet erst einmal für eine halbe Stunde auf Klo!

Und dieses „Kettenthema“? Weiß ich auch nicht, was ich davon halten soll. Vielleicht macht es sogar Sinn, seinen Handrucksack irgendwie zu sichern. Allerdings denke ich, dass ich – wenn ich meinen Rucksack zu offensichtlich mit irgendwelchen auffälligen Ketten sichere – mit Sicherheit als erstes wahrgenommen werde!

Ich persönlich habe meinen Daypack während irgendwelcher Nachtfahrten immer mit den normalen Rucksackträgern an meinen Armen vertüdelt und hatte damit noch nie Probleme!

Schlösser? Das gleiche Thema wie Ketten! Wenn mein Rucksack mit mehreren Schlössern gesichert ist, ist klar, dass auch was Wertvolles drin ist! Wenn ich meinem Rucksack eine auffällige Regenhülle überstülpe, ist es 

1. sowieso schon schwierig, an den Inhalt heranzukommen (vorausgesetzt, die Regenhülle ist richtig angebracht und fusselt nicht durch die Gegend),
2. fällt es jedem auf, wenn sich jemand daran zu schaffen macht und
3. ist der Rucksack nicht durchnässt, falls er auf dem Dach liegt und der Himmel seine Schleusen öffnet.

Wenn ich ein normales Vorhängeschloss benutze, ist dieses meiner Meinung nach 
1. schnell geknackt und
2. der Rucksack im Zweifel auch schnell aufgeschlitzt.

Bringt meiner Meinung nach also nicht besonders viel … außer Paranoia!

Nun komme ich zum Thema „Notfallzettel“ … bis gestern wusste ich nicht einmal, was ein Notfallzettel ist.

Aber die Idee finde ich nicht schlecht!  Alle wichtigen relevanten Daten (Krankenkassenauslandsversicherung, Passnummer, Blutgruppe, Kontoverbindung, falls man Geld benötigt etc.) werden auf einen Zettel geschrieben und dieser einer vertrauenswürdigen Person ausgehändigt. Macht Sinn, auch wenn ich mir bisher noch nie Gedanken darüber gemacht habe!

Also abgeharkt! Gute Idee! Aber warum sollte man diesen Notfallzettel auch noch anderen Leuten in die Hand drücken? Insbesondere auf Reisen? Irgendwelchen Leuten, die man gar nicht gut kennt? In „laminierter“ Form? O-Ton: „Meint ihr, ich komm mit 50 Notfallzetteln aus?“

Ich denke schon ;)!

Ich werde auch einen Notfallzettel machen, diesen einmal einscannen und an 2 Leute verschicken … That’s it! Ich besitze nicht einmal Visitenkarten, da werde ich mit Sicherheit nicht anfangen „Notfallzettel zu laminieren“, damit ich diese mal eben auf der Khao San verteilen kann 🙂

Zum Thema Drogen:

Erst einmal … wer sich auf Reisen auf Drogen einlässt, ist dumm! Gibt es nichts weiter zu sagen! Egal, wie man zu dem Thema steht, Fakt ist halt, dass selbst klein(st)e Mengen von Drogen (in welcher Form auch immer) in den meisten Travellerländern mit harten Sanktionen bestraft werden! Also ist ein wenig Vorsicht sicherlich angebracht!

Ich denke da insbesondere an korrupte Polizisten, die sich an den üblichen Destinationen wie Manali, Pooshkar oder Kho Phangan herumtreiben und ihr Einkommen ein wenig verbessern wollen! Nur weil in Pooshkar überall Bhang Lassis oder auf Kho Phangan in jeder Kaschemme Magic-Mushroom-Omelettes angeboten werden, muss man diese Dinge sicherlich nicht in aller Öffentlichkeit zu sich nehmen …

Vielleicht gibt es sogar ein paar Fälle, in denen ahnungslosen Touristen irgendwelche Drogen in den Rucksack gesteckt wurden, aber ich persönlich halte das für ein „Travellergerücht“. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich noch niemals direkt von einem solchen Fall gehört habe (wollen wir hoffen, dass es so bleibt!).

Auch hier gilt … bitte ein bisschen gesunden Menschenverstand walten lassen! Auch wenn die Typen (oder Mädels) noch so cool sind, lasst euch keine „Geschenke für die Daheimgebliebenen“ aufschwatzen. Es gibt immer noch ein funktionierendes Postsystem auf dieser Welt!

Und am Flughafen halt das Gepäck nicht aus den Augen lassen! Oder mit einer Regenhülle sichern :)). Die Teile sind super …

Und noch etwas, was mir gerade einfällt! 

Sicherlich bin ich mit einem schicken 1.200,00 Euro I-Book mehr „ausraubbar“ als mit einem alten Netbook! Das gleiche gilt ebenso für eine tolle Spiegelreflex-Kamera mit 3 Objektiven … Nicht, dass ich das nicht verstehen könnte, aber es gibt auch gute kleine Kompaktkameras, die super Fotos machen (meine Lumix zum Beispiel ;)! Oder für ein I-Phone … zum telefonieren und simsen genügt auch ein Uralt-Handy!

Je mehr ich mit mir rumtrage (oder „zur Schau trage“), desto angreifbarer bin ich und um so mehr Gedanken muss ich mir um die Sicherheit machen.
Also … fehlt mir mein Paranoia-Gen? Was ich nicht mal ausschließen will? Oder bin ich einfach naiv? Und das hoffentlich noch lange? Ich sag nur … Gesetz der Anziehung?


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