Abschied vom Valle Gran Rey

Letzte halbe Stunde im Valle …

Ich sitze bereits am Busbahnhof und warte auf den Bus nach San Sebastian. Und das bereits um 12.30 Uhr  statt – wie geplant – um 15.30 Uhr. 3 Stunden weniger Zeit hier an diesem schönen Fleckchen Erde und das alles nur, weil die Gomeros wieder mal ihren Busfahrplan geändert haben.


Ich begreife gar nicht, weshalb man jeden Monat den Plan ändern muss! Im Februar war das so (habe ich im Netz verfolgt) und nun im März ist das schon wieder so.

Statt um 16.00 Uhr fährt der Bus bereits um 13.00 Uhr!

Egal … es lässt sich ja nicht ändern. Hätte zwar gerne noch ein bisschen Zeit am Strand verbracht, bin aber heilfroh, dass ich gestern noch mit jemandem gesabbelt habe, der mir erzählt hat, dass sich der Plan geändert hat. Ansonsten würde ich um 16.00 Uhr hier sitzen und mich wundern wundern wundern und müsste 60,00 Euro für ein Taxi ausgeben …

Gestern war noch mal ein äußerst lauer Tag. Knackewarm, also habe ich meine „große Wanderung“ über den Haufen geschmissen und habe den Tag wieder am Strand verbracht. 2 Strandtage von insgesamt 12 Tagen sind auch nicht zu viel, wie ich finde :).

Morgens dort hingeradelt, vorher noch Geld geholt, kurz abgeklärt, ob ich mein Appartment bis 16.00 Uhr haben kann (was gegangen wäre, da wusste ich ja noch nichts von der Fahrplanänderung) und zur Playa del Ingeles weitergefahren.

Dort in 4 Stunden einen ganzen Roman gelesen, Obsession von – oh Gott, ich bin so entspannt, ich habe glatt den Autor vergessen. Kenneth Beckett oder so ähnlich glaube ich. War natürlich rein zu Recherchezwecken, um zu sehen, wie der schreibt :).

Will zwar kein Thrillerautor werden, aber in meinen Lehrheften steht ja immer, dass ich lesen, lesen, lesen soll, um zu erkennen, wie andere Autoren arbeiten. Da ich am Strand ja sowieso nichts ausarbeiten kann, jedenfalls nicht schriftlich, im Kopf wohl schon, habe ich mich also diesem Büchlein gewidmet, dass ich gestern morgen am „Bücheraustauschplatz“ hier im Ort gefunden habe und das auch flugs und schnell durchgelesen.

Nicht sooo spannend, wie ich fand. Ziemlich aktionreich mit viel Geballer, wenig Subtiles. Der Typ ist inzwischen Bestsellerautor (wieso komm ich bloß nicht auf den Namen? Ich verblöde langsam wirklich) und man bzw. ICH habe schon bemerkt, dass das sein erstes Buch war.

Viele seiner Erfahrungen als Musiker, Fotograf und aus seinem Heimatort sind dort mit rein geflossen.

Konnte ich mir zusammenreimen, da auf dem Klappentext natürlich ein paar Informationen zu ihm standen. Im Grunde genommen hat der das also genauso gemacht, wie ich das wohl machen werde, wenn ich nicht noch groß in fremden Städten recherchieren und mit vollkommen konträren Personen als meiner Wenigkeit sprechen will.

Ich habe das Projektheft III jetzt durchgelesen und weiß gar nicht, wann ich denn zum Schreiben kommen soll, wenn ich die ganzen dort gestellten Aufgaben auch noch bearbeiten muß. Aber die werden schon wissen, was sie tun und weshalb sie diese Aufgaben stellen. Ohne Planung komme ich mit meinem  Romanprojekt nicht weiter, das stelle ich ja jetzt bereits fest.

Alles ganz flott geschrieben, was bisher steht, aber der „rote Faden“ und das richtige „Konfliktpotential“ fehlt noch. Auf jeden Fall habe ich festgestellt, dass ich mir einen engeren Zeitrahmen setzen muss, sonst verdödel ich mich (und lese zu viel).

Ein richtiger Schluss für meine Kurzgeschichte ist mir auch immer noch nicht eingefallen, Thomas war mir da leider nicht so eine richtige Hilfe. Seiner Meinung nach, kommt erst mit der Geburt des Kindes raus, dass der angebliche Vater nicht der leibliche Vater ist, aber das dauert für eine Kurzgeschichte zu lange. 

Zu langer Zeitraum, das wäre dann eher ein Romanthema.

Vielleicht denke ich mir einfach eine neue aus … oder nehme einen Teil aus meinem Roman und schreibe diesen um. Kann ja nicht schaden …

Zurück zu gestern. Habe also am Strand gelegen, mir den Rücken vorsorglich von meinen „Mitliegern“ einschmieren lassen und war sogar 2 mal in den hohen Wellen. Ehrlich gesagt, nicht unbedingt, weil ich sportlich sein wollte, sondern um den schwarzen Sand vom Körper zu bekommen. Ich weiß schon, was ich mir in Indien kaufen werde – eine leichte „Sarongdecke“. Ich bin es langsam leid mit kleinen Tüchern. Obwohl die ja eigentlich gar nicht so klein sind, sondern ich eher groß :).

Entweder liegt der Kopf im Sand und die Unterbeine, oder aber die kompletten Beine. Ich fühlte mich gestern wie ein paniertes Schnitzel … und sah auch definitiv so aus :).

Abends habe ich natürlich noch einen letzten Sonnenuntergang bei Maria geschaut. Vorher habe ich mein Fahrrad abgegeben und beim Autovermieter „Tschüss“ gesagt. Außerdem natürlich in meiner Fischsuppen-Hafenkneipe! Harry war auch da und er war sogar verhältnismäßig nüchtern. Ich habe ihn ein wenig auf den Pott gesetzt, dass er jetzt endlich mal den Arsch hoch kriegen soll und nicht – wie am Abend davor – vor Selbstmitleid zerfließen und nicht gelebten Augenblicken hinterherhängen soll. Er hat mich kräftig gedrückt und mir zum Schluss ein „Bleib gierig!“ ins Ohr geflüstert. Ich war fast ein wenig gerührt …


Schreibe später weiter, noch 10 Minuten bis der Bus kommt – muss noch bezahlen und meine Klamotten wieder zusammen packen. Der Rucksack fühlt sich übrigens viel schwerer an als auf der Hinfahrt. Mag daran liegen, dass ich ziemlich blöde gepackt habe. Muss ich morgen früh auf jeden Fall noch mal umpacken, sonst bin ich fertig vom Geschleppe, wenn ich an der Fähre ankomme.

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