Kleine Rundtour auf Langkawi

Langkawi besteht natürlich nicht nur aus dem Pantai Cenang.
 
Das Inselinnere ist bergig und von dunklem dichten Dschungel bewachsen. Die Natur ist überwältigend. So überwältigend, dass die Insel von der Unesco als erste Gegend in Asien den Status eines „Welt-Geoparks“ erhielt. Im Hinterland liegen kleine versteckte Dörfer, deren Bewohner sich sehr über einen Besuch freuen. Außerdem kann man weitere 99 kleinere Inseln per Boot, Kajak oder Jet-Ski entdecken.
 
Langkawi hat eine sehr gute Infrastruktur. Die Straßen sind gut ausgebaut und im Gegensatz zu anderen Ländern in Asien fahren die Leute gesittet in die jeweilige Fahrtrichtung. Sogar die Verkehrszeichen werden beachtet 🙂
 
Man kann die Insel sehr gut mit dem Roller erkunden. Da Langkawi zollfreies Gebiet ist, gibt es diese schon für 35 Ringgit Tagesmiete. Ein Schnäppchen!
 
Da weder ich noch Hannah richtig Roller fahren können und definitiv zu viele verletzte Touristen auf unserer Reise gesehen haben, die sich mal eben ein Moped ausgeliehen haben („So schwer kann das ja schließlich nicht sein, oder? Hier fahren schließlich schon kleine Kinder Roller!“) und danach im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Räder“ kamen, haben wir heute morgen einen netten Taxifahrer gesucht und mit ihm die Insel erkundet.
 
Highlight jedes Langkawi-Besuches ist eine Fahrt mit der Cable Car auf den Gunung Mat Cinang! Jedenfalls, wenn man den Erzählungen anderer Reisender Glauben schenkt! Eine stressfreie Fahrt mit einer schweizerischen Seilbahn den Berg hinauf! Oben hat man einen fantastischen Blick und kann über das Meer bis zu den thailändischen Inseln schauen!
 
Würrrrg! Wieso vertraue ich eigentlich immer wieder solchen Geschichten?
 
Es fing schon damit an, dass der Taxifahrer uns im „Oriental Village“ am Fuße des Berges absetzte. Dabei handelt es sich um ein reines Touristendorf mit jeder Menge Souvenirshops, Tretbooten, 3-D-Kino und weiterem unnötigen Kram.
 
Egal … zurück zum „Must-Do-auf-Langkawi“. Da ich ja weiß, dass ich nicht unbedingt die höhentauglichste Person bin, die auf dieser wunderschönen Erde lebt, habe ich mir die Seilbahn vor dem Ticketkauf natürlich genau angeschaut. Sah ehrlich gesagt nicht so schlimm aus! Und eh – ich war schließlich schon auf dem Tafelberg und habe auch diese Fahrt geschafft.
 
Eigentlich hätte mir der Unsinn dieser Fahrt schon klar sein müssen, als wir mit 25 Asiaten in ein 3-D-Kino gesteckt wurden und uns „for free“ einen Film anschauen durften. Naiv wie ich bin dachte ich natürlich, es handelt sich um eine kleine Dokumentation über die Insel und die Aussichten, die wir gleich von oben zu sehen bekommen.
 
Denkste! Das Kino wurde dunkel und es begann eine Achterbahnfahrt! Nach gefühlten 5 Sekunden saß ich mit fest zugekniffenen Augen immer kleiner werdend in meinem Sessel, während um mich herum Jubel, lautes Gekreische und wildes Geklatsche ausbrach. Ganz großes Kino und ich zitternd auf meinem Sessel …
 
Aber es kommt noch besser!
 
Ab auf den Gipfel! Wir bekamen ziemlich schnell eine Gondel. Zum Glück keine mit einem offenem durchsichtigen Boden („Panorama-View-Cabins“ erfreuen sich nämlich großer Beliebtheit auf Langkawi!) sondern mit einem geschlossenen. Ich weiß noch, dass ich darüber ziemlich froh war! Die Scheiße – sorry! – begann ungefähr 30 Sekunden nach der Abfahrt. Es ging steil bergauf! Ziemlich steil! Ich merkte schon, wie ich etwas unruhig wurde und habe vorsichtshalber lieber mal wieder meine Augen zugemacht …
 
Ich hätte die Fahrt so eigentlich ganz gut überstanden, wenn diese blöde Gondel nicht andauernd im Wind hin und geschaukelt hätte. Und nicht nur geschaukelt! Die Gondeln waren oben „offen“, so dass der Wind richtig schön in die Kabinen pfeifen konnten.
 
Ich hätte weinen können! Sofort! Und am liebsten hätte ich auch nicht wieder aufgehört …
 
Ich habe mich so an Hannah’s Arm geklammert, dass es eigentlich ein Wunder ist, dass das Kind keine blauen Flecken oder schlimmere Schäden davon getragen hat.
 
 
 
 
Und das alles nur für solch einen Ausblick, der mich nach der Fahrt natürlich nicht unbedingt umgehauen hat.
 
Die Rücktour war im übrigen noch schlimmer ….!
 
Unser Taxifahrer fragte uns bei unserer Rückkehr freudestrahlend, ob uns die Fahrt gefallen hätte. Eigentlich ist es ein Wunder, dass ich ihm nicht vor die Füße gekotzt habe, zittrig und schlecht wie mir war!
 
Nach der Cable Car schlug unser Taxifahrer uns solche schicken Aktivitäten wie Wildlife Park, Crocodil Farm, Adventure-Trail und Zip-Lining vor.
 
Er war zwar wirklich nett, aber irgendwie lagen wir nicht so auf einer Wellenlänge. Aber wahrscheinlich will das Gros der Leute solche „Attraktionen“ besuchen.
 
Wir haben uns schließlich unser eigenes „Programm“ zusammen gestellt und sind als nächstes zum Tanjung Rhu eingefahren. Eine schöne Bucht im Norden der Insel mit Blick auf die Karstfelsen.
 
 
 
 
Weiter ging es mit einem Besuch des einzigen Hindu-Tempels auf Langkawi. Da waren sie wieder, meine liebsten Fotomotive :).
 
 
 
Außer uns war niemand dort (kopfschüttelnder O-Ton unseres Fahrers: „What do you want at this place? There are no other tourists!“), genauso wie am nächsten Stop. Dem Wat Wanaram, einem buddhistischen Tempel mit äußerst wachsamen knurrenden und ziemlich unangenehmen Hunden. Zum Glück hat uns ein Malaye unter seine Fittiche genommen und uns ein wenig durch die Gegend geführt.
 
 
In diesem Tempel gab es allerdings auch sehr viele hinduistsche Motive, selbst Kali, die Göttin des Todes und der Zerstörung war vorhanden. Ebenso wie Shiva, der ebenfalls Sinnbild für die Zerstörung (und aber auch die Erneuerung) ist.
 
Ich versuchte dieses kurz mit dem Malayen zu klären, leider hat er mich nicht verstanden. Er sagte immer nur „nice temple, nice temple“ …
 
 
 
Ja, really nice temple! Wir waren ganz angetan …
 
Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Abstecher nach Kuah, der Hauptstadt von Langkawi. Nicht besonders erwähnenswert, das Foto zeigt das City Center.
 
 
Aber ich verrate euch etwas … Da Langkawi ja zollfreies Gebiet ist, haben wir in Kuah in einem Laden KINDER SCHOKOLADE entdeckt. Ein Blick darauf, ein Blick zwischen Hannah und mir und es war klar, dass wir dringend Schokolade essen müssen! Haben wir eigentlich die ganze Zeit nicht getan … Und es war herrlich! Herrlich, herrlich, herrlich … die Tafel war schwuppdiwupp alle und mir war danach schlecht 🙂
 
Zurück in Cenang war es dann fast schon Zeit für den Sonnenuntergang.
 

Gleich geht es zum Verabschieden in unsere Lieblings-Straßenbar vor dem Supermarkt. Morgen geht es nämlich weiter nach Penang!

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