3 Tage in Vientianne

Ich muss mal sagen … wenn jemand einen Preis als bester Busfahrer Südostasiens erhalten sollte, dann derjenige, der uns nachts von Luang Prabang nach Vientianne gefahren hat!

Die Straßen in Laos sind ähnlich wie in Nepal! 

Es geht über viele hohe Berge mit vielen vielen Kurven! Ehrlich gesagt hatte ich ein bisschen Befürchtungen, ob wir überhaupt auf unserer kleinen offenen Pritsche im Bus schlafen können. Aber klein Problem! Der Typ ist super gefahren und hat sich nicht um Kopf und Kragen gehubt. Ich bin immer noch ganz angetan …

Vientianne ist die Hauptstadt von Laos! Wahrscheinlich die entspannteste Hauptstadt der Welt, denn auch wenn Laos boomt und immer mehr Touristen anzieht (die meisten davon übrigens aus Asien und nicht etwa aus dem Westen) passt das Wort „Hektik“ nicht so recht zu dieser Stadt! 


Alles geht gemächlich seinen Ganz. Auffällig für mich ist allerdings, dass im Verhältnis zu Mopeds definitiv Autos in der Mehrzahl auf den Straßen unterwegs sind. Und nicht gerade die kleinsten und billigsten …

Laos öffnet sich der Welt immer mehr und die damit verbundenen Probleme bleiben halt nicht aus. 

Hier in Vientianne tritt der Kampf zwischen kommunistischer Vergangenheit und kapitalistischer Zukunft ganz deutlich zutage. In den Clubs spielen laotische Bands ihre von der Regierung zensierten Songs (habe ich mir jedenfalls berichten lassen, ich selbst war nachts nicht großartig los) und während im Nationalmuseum noch der Kommunismus und die Siege über ausländische Imperialisten glorifiziert werden, haben in der Stadt schon überall schicke, teure Cafebars und Fastfood-Ketten eröffnet. 

Wir haben die Stadt wie üblich zu Fuß erkundet und festgestellt, dass an fast jeder Ecke große Shopping-Malls entstehen. Und gleich daneben hängen große Plakate mit Parteipropaganda!

Eine spannende Hauptstadt, die meiner Meinung nach authentischer als Luang Prabang ist, eben weil sie noch nicht fertig „auf schick“ getrimmt ist. 


Neben den auch hier zuhauf vertretenen Tempeln stößt man immer mal wieder auf hässliche langweilige Gebäude im sowjetischen Stil. 


Ganze Straßenzüge werden aufgerissen und neu bebaut, Häuser werden saniert und finanziert wird dieses größten Teils von den Chinesen, die es anscheinend gar nicht erwarten können, sich auch in Laos breit zu machen …


Insbesondere in den 70er-Jahren war in Vientianne anscheinend alles möglich! Eine kuriose Mischung aus Spionen und Korrespondenten und die zu einer solchen Stimmung ebenfalls dazugehörigen Prostituierten bevölkerten die Stadt.

Ich stöbere für mein Leben gerne in Buchläden herum, insbesondere auch in fremden Ländern. 

Hier fiel mir ein Buch von 1975 in die Hände. „The great Railway Bazaar“! Daran beschreibt Paul Theroux die Stadt als reinen „Vergnügungspalast“. 

Ein Ort, wo Bordelle sauberer als Hotels sind, Marihuana weniger kostet als Tabak und Opium leichter aufzutreiben ist als ein kaltes Bier.

Nun, dieses hat sich defintiv geändert! Puffs sind inzwischen verboten, die Mariuhana-Stände sind verschwunden und Beerlao hat das Opium ersetzt. Jedenfalls auf den Straßen 🙂

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