Der Weg ist das Ziel …

Nach 3 Tagen Fahrt sind wir heute Abend endlich in Luang Prabang angekommen!

Die Überfahrt über den Mekong war teilweise sehr schön, teilweise aber auch sehr nervig!


Hipster-Generve an allen Ecken und Kanten!

Ich war umzingelt von ach so tollen und großartigen wichtigen jungen Leuten, die sich gegenseitig mit ihren Erzählungen übertrafen, wo sie was wann schon alles auf ihrer Reise erlebt haben. Die Männlein alle austauschbar mit all den gleichen Bärten, die Mädels ebenfalls alle austauschbar mit langen Haaren, die affektiert nach hinten geworfen wurden. 
Gähn!

Anscheinend bin ich auch noch nicht in Südostasien angekommen, sondern verweile gedanklich immer noch in Indien.

Anders ist es nicht zu erklären, dass ich den größten Anfängerfehler eines Asienreisenden überhaupt gemacht habe!

Ich habe nämlich in Pai eine durchorganisierte Tour für den Grenzübergang und die Fahrt den Mekong runter nach Luang Prabang gebucht. Vom Preis her okay, vom Ablauf her allerdings vollkommen unmöglich.

Nachdem wir sage und schreibe 13 Stunden (!) von Pai nach Chiang Khong gefahren sind (nicht noch ohne einen kleinen Abstecher über Chiang Mai zu machen), landeten wir nachts um kurz nach 24:00 Uhr in unserem gebuchten Guesthouse. Eigentlich sollten wir um 17:00 Uhr ankommen … 

Kein Wunder bei der Fahrweise unseres Minivan-Fahrers!

Er ist mit 40 Stundenkilometern über den thailändischen Highway gekrochen. Jeder mit 5 Personen vollbesetzte Motorroller hat uns staunend, grinsend und ungläubig überholt. 

Und wenn ich Highway schreibe, meine ich Highway! Gut ausgebaute Autobahn, keine Kühe, Hunde, Kinder oder sonstige Lebewesen auf der Straße! Freie Fahrt für freie Bürger, anscheinend aber nicht für organisierte Reisegruppen :).
Hinzu kam, dass einer der schnieken Jungs aus England, die sich die ganze Zeit das Bier hineingeschüttet haben, ungefähr alle 15 Minuten kotzen musste (ob aufgrund des Bierkonsums oder eines defekten Magens vermag ich nicht zu sagen, an der Fahrweise des Busses kann es jedenfalls nicht gelegen haben). Also hieß es andauernd anhalten und eine Pause machen.

Kaum hatte der eine ausgekotzt, musste die nächste auf Klo … und so weiter und so weiter.

Ich habe mein „Ich bin eine Lotusblüte“-Mantra gefühlte 1348374 Mal vor mich hingemurmelt. Ansonsten wäre ich geplatzt!

Der Grenzübergang am nächsten Morgen hätte flott laufen können! Hätte wohlgemerkt … 


Natürlich wurde darauf geachtet, dass auch ja alle Mitreisenden den Weg zur Grenze finden. Eine Erklärung folgte der nächsten, dabei war der Grenzübergang für jeden sehenden Menschen offensichtlich zu erkennen!

Und glaubt es oder glaubt es nicht …. von den ach so coolen Hipstern gab es tatsächlich einige, denen nicht bewusst war, dass man für die Einreise nach Laos ein Visum benötigt, für das man sogar noch zahlen muss!

Unglaublich! Die einen hatten kein Geld dabei (obwohl mehrfach bei den Erklärungen darauf hingeweisen wurde), die anderen hatten noch niemals gehört, dass man zur Einreise ein Paßfoto benötigt (ebenfalls unnötig darauf hinzuweisen, dass auch dieses Thema mehrfach angeschnitten wurde).

So zog sich das also alles immens in die Länge!

Und ich murmelte weiter mein Mantra vor mich hin … 🙂 

Und frage mich seitdem immer noch: Wie verplant gehen einige Leute eigentlich durch’s Leben? Oder wie ignorant? Ich weiß gar nicht, wie ich das ausdrücken soll. Mama’s und Papa’s Lieblinge, für die alles irgendwie gerichtet wird. Und wenn Papa es nicht richtet, richtet es halt eine Reiseagentur und nimmt sie an die Hand …

Ihr merkt schon, nicht meine favourisierte Art des Reisens :(.

Schlussendlich waren wir endlich auf dem Boot. Von meiner (vielleicht auch etwas romantischen) Vorstellung leider keine Spur!

Wir befanden uns mit ca. 100 Leuten auf dem Slow Boat und ich durfte mir – siehe oben – all das Gelaber und Geplapper der anderen Leute anhören und hatte überhaupt keine Muße, auf den Mekong zu schauen 🙂

Kurze Zwischenübernachtung in Pak Beng, um von dort aus morgens weiter mit dem Boot Richtung Lubang Prabang zu fahren. Natürlich nicht, ohne wieder immens lange warten zu müssen …

Egal, nun sind wir da! 

Und die Landschaft an sich vorbei ziehen zu lassen, während man auf dem Boot abhängt, war auch wirklich sehr geil!



Atemberaubende Berge, kleine Dörfer, die wir hingeworfen an den Ufern des Mekongs kleben, Elefanten (!), Leute, die einem zuwinken, Jugendliche, die den Macker machen und sich mit Arschbomben vor’s Boot schmeißen und dabei schlapplachen!



Wenn nur die ganzen anderen Leute nicht gewesen wären … 🙂









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