Dschungelbuch und Hampi

Jeder von euch kennt das „Dschungelbuch“ von Walt Disney, oder?

Aber wisst ihr auch, wie und wo es entstanden ist? Ich weiß es nicht! Aber meiner Meinung nach gibt es nur einen Ort auf der Welt, der als Inspiration dafür gedient haben kann 😉

Hampi, die alte Tempelruinenstadt (und jetziges Weltkulturerbe).

Überall liegen riesige Felsbrocken herum. Drumherum und mittendrin befinden sich uralte Tempel und alles ist überwuchert von immenser Vegetation. Zuckerrohr, Bananenplantagen und Dschungel, zwischendurch ein paar Feldwege.


Ich persönlich kann mir gut vorstellen, wie Balu hüfteschwingend „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ singend durch diese Landschaft gedackelt ist und Mowgli durch die Gegend geschwungen hat 🙂


Scherz beiseite … Hampi hat was!

Hampi ist ein bisschen wie Indien im Allgemeinen! Entweder mag man es oder man mag es nicht! Punkt! Etwas Anderes gibt es nicht zu sagen! Ich kenne Leute, die nach 2 Tagen keine Felsen mehr sehen konnten und sich zu Tode gelangweilt haben. Ich kenne aber auch Leute, die 4 Wochen in Hampi verbracht haben und immer noch nicht genug hatten.

Im 16. Jahrhundert war Hampi Hindu-Hauptstadt und beherbergte 500.000 Einwohner. Also wahrlich nicht gerade eine Kleinstadt. Von dieser Pracht ist leider nicht mehr viel übrig.

Die meisten Baudenkmäler und Tempel sind in schlechtem Zustand. Der Erhalt dieser historischen Stätte erfordert Geld und anders als in Agra kostet der Eintritt zu den drei Haupttempeln ingesamt nur 250 Rupien. Wenn man bedenkt, dass kaum westliche Besucher die Tempelanlagen besuchen, wird eigentlich schon klar, dass das dringend benötigte Geld für den Erhalt der Kulturdenkmäler nicht aufzutreiben ist. Inder zahlen 10 Rupien, das bringt nicht so viel Kohle in die Kasse 🙂

Die Felsbrocken, die im Umkreis von 26 Quadratkilometern wie willkürlich hingeschmissen liegen, sind unglaublich.

Hannah hat unseren Besuch in Hampi nicht wie Thomas und ich mit dem „Dschungelbuch“ verbunden, sondern mit „Asterix und Obelix“.

„Das sieht hier aus, als hätte Obelix Hinkelsteinweitwurf gemacht.“


Der Legende nach war es allerdings nicht Obelix, der die Steine durch die Gegend geschmissen hat, sondern die Soldaten Hanumans, die dieses als Nachweis ihrer Stärke getan haben.

Ich will euch jetzt nicht mit der Entstehungs- und Untergangsgeschichte von Hampi oder den vielen Tempeln langweilen. 

Wer weitreichende Infos zu Hampi nachlesen möchte, kann dieses hier oder hier tun. Es gibt leider keine deutschsprachigen Bücher oder Infos zu Hampi. Und die englischsprachigen sind leider aufgrund der ganzen Götterbeschreibungen etwas schwierig zu verstehen. Für mich jedenfalls! Ich komme schon bei deutschen Beschreibungen der ganzen Götter und Tempel in Indien in Schwierigkeiten …

Aber manchmal reicht es ja auch schon, einfach den Gesamteindruck auf sich wirken zu lassen, ohne alle genauen Hintergrundinformationen parat zu haben.


Gewohnt haben wir in Hampi Bazar, also in dem alten heiligen Teil der Stadt. Ich habe ja schon ein paar Mal darüber geschrieben, dass in heiligen Städten in Indien weder Zigaretten geraucht noch Alkohol getrunken werden darf. Jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit!

Bhang Lassies dürfen hingegen getrunken werden und wer (nicht allzu öffentlich) kifft wird auch nicht blöde angeschaut.

Auf der anderen Seite des Flusses hat sich im Dorf Virupapuragadda eine Travellerszene breitgemacht. Dort gibt es keine Restriktionen. Inmitten der Reisfelder kann man auf den Sitzkissen oder den Hängematten abhängen und wenn man möchte, auch ein Bier trinken.

„Nachteil“ des Dorfes ist, dass die „Fähre“ nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf die andere Flussseite fährt und man somit gezwungen ist, ein teures Tuktuk zu nehmen. Es fahren manchmal auch noch kleine “Boote”, die genau so aussehen wie das Bastteil in dem Mowgli seinerzeit ausgesetzt wurde. Verlassen kann man sich darauf aber nicht. …

Allerdings haben wir auch kaum Leute getroffen, die abends von Hampi Bazar nach Virupapuragadda herüber wollten. Im Gegenteil, eigentlich haben wir viel mehr Leute getroffen, die die Fähre tagsüber genutzt haben, um entspannt ein Bierchen zu trinken …

„Vorteil“ allerdings ist auf jeden Fall die relaxte Atmosphäre. Viele Leute aus aller Welt treffen sich, reden miteinander und der Blick auf die Tempel ist auch von dieser Flussseite phänomenal.


Um die Tempel zu besuchen, nutzt man sowieso ein Tuktuk. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das gesamte Areal in dieser Affenhitze zu Fuß abläuft …

Auch wenn ich ja tendenziell ein Informationsjunkie bin und mich gerne immer vorab über die Dinge informiere, bin selbst ich inzwischen so relaxt, dass ich mir überhaupt keine Informationen mehr VORHER über die Orte durchlese oder darüber recherchiere.

Manchmal rächt sich das allerdings!

In Hampi fand nämlich am Wochenende DAS Festival statt. Bollywood- und Politprominenz reichten sich die Klinke in die Hand. Die Tempel waren wunderschön angestrahlt, indische Männer, Frauen und Kinder übten den indischen Hüftschwung und Pani Pani schallte selbst in Hampi Bazar durch die Gassen.

Der Ort war dementsprechend ausgebucht und ab Freitag morgen (dem Tag unserer Abreise) auch komplett abgesperrt. Niemand kam motorisiert heraus, niemand kam herein. Außer der Prominenz halt 🙂

Für uns bedeutete das, 5 Stunden vor Abfahrt unseres Nachtbusses aus Hospet zurück nach Palolem mit vollem Gepäck in der Mittagshitze über die Berge aus der Stadt heraus zu kraxeln …

Hat aber alles gut geklappt. Irgendwann haben wir mit der Hilfe eines vor der Stadt parkenden Tuktukfahrers den Shuttlebus zum nächsten Ort gefunden und sind dann dort in sein Tuktuk umgestiegen und haben uns zum Busbahnhof bringen lassen.

Den Bus hätten wir dann zwar fast noch verpasst, aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier nicht weiter ausführen werde 🙂

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