Krank in Jaipur

Ehrlich gesagt bin ich von Jaipur ein wenig enttäuscht. „The pink city“ soll angeblich ein „Muss“ auf jeder Rajasthan-Rundreise sein.

Für mich ist es eine indische Großstadt ohne besonderen Charme. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir nicht in der Altstadt wohnen, wo das Leben tobt, sondern ein wenig außerhalb?

Ich wollte unbedingt nach Jaipur, weil ich – seitdem ich vor langer Zeit einmal das Buch „Palast der Winde“ gelesen habe – den Hawa Mahal sehen wollte. Bekannter ist der Palast wahrscheinlich unter den Namen „Palace of the winds“ (oder halt „Palast der Winde“).


Viel mehr als die Fassade aus dem Jahre 1799 steht allerdings leider nicht mehr. 

Die Sandsteinfenster haben die Form eines halben Achtecks und sind wabenartig durchlöchert. Warum?

Seinerzeit diente der Palast dazu, die Hofdamen und Gespielinnen des Maharadschas am Alltagsleben der Stadt teilnehmen zu lassen. Sie konnten die Prozessionen und Feste auf den Straßen hinter den Fenstern sitzend beobachten, ohne selbst gesehen zu werden.


Da ich weder Gespielin des Maharadschas bin noch im Jahre 1799 lebe, habe ich beschlossen, das Fenster einfach mal zu öffnen und mich meinem Volk zu zeigen 🙂

Ansonsten gab es dort leider nicht viel zu sehen. Man hat einen schönen Ausblick über die Stadt, aber das war es eigentlich auch schon. 

Wen es interessiert: Der Eintritt kostete 50 Rupies, der Eingang selbst ist etwas schwierig zu finden. Man muss durch einen kleinen Bazar gehen, bis man am Ende auf einem Hinterhof landet. Der Eingang befindet sich dann auf der linken Seite ziemlich am Ende und fällt nur durch einen Menschen auf, der auf einem wackeligen Stuhl sitzt und den Eintritt kassiert. Hinweisschilder auf Englisch gibt es nicht :). Aber die Leute im Bazar helfen einem gerne weiter und zeigen einem den Weg.

Viel überraschter und begeisterter als gedacht war ich hingegen vom Amber Fort, 11 Kilometer außerhalb von Jaipur.

Das Fort diente seinerzeit natürlich als Festung. Heutzutage wird der obere Teil des Forts immer noch vom indischen Militär genutzt, der Palast an sich ist aber für Besucher zugänglich.

Und glaubt mir: Anders als den Hawa Mahal findet ihr das Fort sofort :).

Schon von weitem ist es zu sehen

Es gibt 3 Möglichkeiten, dort hinaufzukommen. Mit Elefanten (für einen horrenden Preis von umgerechnet ca. 15,00 Euro pro Person für eine Strecke von einem Kilometer!), zu Fuß über was weiß was ich wie viele steile Treppen oder halt über die Straße. Da wir ja immer noch unseren luschigen immer Betel kauenden Private-Driver haben, haben wir uns für die Straßenvariante entschieden …

Der Eintritt kostete 200 Rupien pro Person und auch die Kassen sind gut zu finden. Die Souvenierstände sind nämlich so aufgebaut, dass man dort durchgehen MUSS und somit automatisch an dem Eintrittsgate landet.

Wir haben uns einen Führer gegönnt, der uns die Geschichte des Palastes und der Fürstenfamilie nach bestem Wissen und Gewissen erzählt hat. Es war sicherlich interessant, leider kann ich euch kaum etwas dazu mitteilen, da ich mich heute ohne große Vorwarnung eine fette Erkältung erwischt hat. Ich konnte kaum etwas hören und mir schon gar nichts merken. Außer, dass der Herrscher neben seiner Frau 11 weitere Frauen hatte, die ebenfalls alle in dem Palast wohnten.

Sie wussten (angeblich) nichts voneinander und er hat sie abwechselnd heimlich besucht. So kam er dann schlussendlich auf beachtliche 104 Kinder!

  

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