You need umbrella?


Heute Morgen habe ich erst einmal den Tag von gestern aufgeschrieben. Hannah hat lange gepennt. Gegen 10.00 Uhr habe ich sie schließlich geweckt, damit sie noch etwas zu essen bekommt.

Nach dem Frühstück sind wir beiden Hübschen an den Pool – weitere Bräune holen. Hannah hat sich gestern leider ein wenig verbrannt, so dass heute LSF 25 angesagt war. Wir hatten den kompletten Pool wieder für uns alleine, fast ein wenig wie ein Privat-Pool in einem exklusiven Hotel. 

Der Fahrer für unsere Munduk-Wasserfalltour sollte eigentlich um 13.00 Uhr kommen, stand aber schon um 12.30 Uhr vor der Tür. Wir waren gerade vorher noch einmal in den Pool gesprungen, um uns abzukühlen. Auf jeden Fall waren wir klatschenass. Egal, also sind wir mehr oder weniger mit nassen Klamotten ins Auto gehüpft. Ist hier ja eigentlich sowieso ziemlich egal, da es immer feucht ist.

Unser Fahrer war äußerst nett und unterhaltsam. Zuerst sind wir zum Brahma Arama Vihara gefahren, dem einzigen buddhistischen Tempel Balis (und Indonesiens) oberhalb eines kleines (dreckigen, aber äußerst lebhaften) Dorfes Banjar Tegeh. Der Tempel ist gleichzeitig auch buddhistisches Kloster und der dort lebende einzige (!) Schüler gleichzeitig Abt des Klosters. Irrwitzige Konstellation, wie ich finde! Wir mussten uns Sarongs überziehen (Hannah sah entzückend aus, auch wenn sie natürlich meinte, dass sie hässlich aussieht) und sind dann über die Anlage geschlendert. Außer uns war nur noch ein weiteres Pärchen da, die aber bereits gingen, als wir kamen. So hatten wir diesen Ort ganz für uns alleine und konnten die entspannte Atmosphäre genießen. Ich jedenfalls, wie Hannah das empfunden hat, weiß ich leider  nicht, da sie über die (wirkliche) Affenhitze stöhnte. Außerdem scheinen buddhistische Reliquien (bis auf Buddhas) noch nicht so in ihrem Fokus zu stehen 😉

Vom Kloster aus ging es zu den Hot Springs (Air Panas). Eine „Badeanstalt“ mitten im Dschungel, die durch heiße Quellen gespeist wird. Das Wasser ist warm wie aus der Dusche, was den Effekt hat, dass man fast ein wenig fröstelt, wenn man aus dem Wasser hinaus in den „kühlen“ Dschungel tritt. Das Wasser war eher grünlich (ich habe nicht herausgefunden, warum) und rundherum waren natürlich diverse Souvenirshops aufgebaut. „Sarong, Madame? Sarong? Only 1 Dollar!“ Kam mir ein bisschen vor wie in Kambodscha, da kostete auch alles nur 1 Dollar :)! 

Wir haben natürlich auch Fotos gemacht, diese sind allerdings ziemlich grauselig geworden und das hat nichts mit „Anspruch“ zu tun. Schwabbelnder, weißer Bauch vor grünem Hintergrund und dazu ein dämliches Grinsen auf dem Gesicht. Gibt wirklich schönere Anblicke!

Von den heißen Quellen aus ging es über eine wahrhaft abenteuerliche Straße über diverse kleine Dörfer („You want rural life? Or you want main street?“ – „I want rural life!“) hinauf nach Munduk zum Wasserfall.

In den Dörfern war Leben pur, Hunde auf den Straßen, Kinder auf den Straßen, Hühner auf den Straßen, Essen auf den Straßen, Mopeds auf den Straßen. Aber auch dort fiel mir (wie in dem Dorf zuvor auf), dass Bali im Verhältnis zu Thailand doch recht “dreckig” ist.

Es liegt viel Müll an den Straßenrändern, teilweise häufen sich die Berge sogar. Auf der Strecke nach Munduk gab’s jede Menge herrliche Fotomotive, ein paar Mal habe ich darum gebeten, zu stoppen und ein paar Bilder geschossen. Hannah verdrehte schon die Augen: „Wie viele Reisfelder willst du denn noch fotografieren?“

Munduk ist ein nettes kleines Örtchen auf 700 m Höhe, in dem man mit Sicherheit ein paar entspannte Tage verbringen könnte, wenn man denn genug Zeit hätte und nicht nur zweieinhalb Wochen unterwegs ist. Etliche kleine Guesthouses an der Hauptstraße, wir haben sogar ein paar Touris gesehen.

Hauptattraktion des Ortes (und deswegen waren wir ja auch da) ist der Wasserfall Sing Sing. Dieser ist erst „neu“ für die Touristen entdeckt worden, seitdem brummt das Dorf. Der Wasserfall war natürlich schon immer da, die Leute haben allerdings nie „Kapital“ aus ihm gezogen. Wasserfall ist Wasserfall und für die Balinesen selbstverständlich. Erst durch den Rummel beim Git Git-Wasserfall und die ganzen Touristen, die dort hinfahren, haben dann auch die „Munduker“ erkannt, dass sich mit einem Wasserfall Geld machen lässt. Und somit fangen sie jetzt gerade an, diesen zu bewerben!

Als wir am Parkplatz vom Wasserfall ankamen, tröpfelte es ein wenig. Kein Wunder, war ja so gegen 16.00 Uhr. „You need umbrella?“ fragte mich ein Typ. „No, I don’t need umbrella! I’m going to the waterfall!“ Schöne Scheiße habe ich da geredet …

Der Weg zum Wasserfall war nass und rutschig, mein Fuß dick wie fast noch nie und dementsprechend unsicher war ich auf den Beinen. Hinzu kam, dass ich bzw. wir natürlich auf Flippies unterwegs waren. Als wir losfuhren, schien ja schließlich noch die Sonne! Der Rest der wenigen Touristen, die dort rumkraxelten, hatte Trekkingschuhe an … und Regenschirme dabei!

Egal, nach einigem Geklettere und Gerutsche und an „Lianen-Festhalten“ hatten wir es fast geschafft. Schade nur, dass bei einem ziemlich großen Abstand von einem Felsen zum anderen Felsen meine Flippies ihren Geist aufgegeben haben. Erst der eine, dann der andere! Also wieder Flippies heilmachen (die inzwischen ziemlich ziemlich locker sind) und weiter rutschen. War natürlich nicht ganz so prickelnd mit meinem Fuß … und natürlich bin ich wieder mehrfach umgeknickt! Wenn ich überlege, dass ich eigentlich auf den Mount Agung klettern wollte … Das kann ich wohl jetzt schon canceln!
Irgendwann kamen wir an einem Kassenhäuschen an, Eintritt musste gezahlt werden. Äußerst netter und lustiger Kassierer, wir haben echt Spaß gehabt. „1 adult,  1 child“! „Where is the child?“ „Where are you from?“ Blablabla und viel Gelächter und dann wieder die Frage „You need umbrella?“ „ No, I don’t need umbrella“ … 

Eintritt gezahlt (für Hannah wirklich nur Kindereintritt) und weiter ging es. Immer schön bergab, immer rutschiger, immer nasser, immer wieder musste ich meine Flippies „reparieren“.

Unten im Tal wurden wir dann aber mit einem tosenden Wasserfall belohnt. Viel Wasser, bestimmt 20 Meter hoch, wenn nicht höher, und schön feucht! Eigentlich dachte ich, wir könnten dort in einem Bassin baden, war aber nicht dran zu denken. Das Wasser schoss nur so von oben herunter, Hannah war beeindruckt.

 

Und im klaren Bassin war dieser Kopf zu sehen:

Fotos geschossen, noch ein wenig rumgeklettert und dann … dann fing es an zu regnen! Zu Regnen? Zu Schütten! Wie aus einem Wasserhahn kam das Wasser von oben herunter! Innerhalb von Minuten, ach was, innerhalb von Sekunden, waren wir klatschenass. Ein richtiger Tropenguss par excellence! Ich habe nur noch meinen Rock hochgezogen, um diesen über meine Bauchtasche zu ziehen und damit meine Lumix, die zum Glück  noch in einer Ledertasche steckte, zu retten. Nach oben zurück zur Straße ging es deutlich schneller als noch runter, ich konnte mir keinerlei Gedanken um dicke Füße oder kaputte Flippies machen. Irgendwann kam uns tatsächlich noch ein Führer mit einem anderen Touristen entgegen. 

„You need umbrella?“  Ich bin fast zusammengebrochen vor Lachen (und Fußschmerzen). Nass wie eine Katze, ohne Schuhe mit hochgelüftetem Rock und dann erneut diese Frage! 

Als wir am Kassenhäuschen vorbeikamen meinte unser netter Kassierer grinsend „You should have taken the umbrella!“ Eigentlich hätte er uns lieber Unterschlupf anbieten sollen ….

Nach diesem Guss haben wir uns dann die Kaffeeplantage, die wir eigentlich auch noch besichtigen wollten, erspart. Ich wollte irgendwie nur noch nach Hause, Hannah war ebenfalls genervt, weil ihre Kamera (vielleicht durch die Nässe) wieder mal nicht funktionierte. Das Thema hatten wir im letzten Griechenland-Urlaub schon mal … 

Auf der Rücktour haben wir noch ein paar Fotostopps eingelegt und so gegen 17.30 Uhr waren wir wieder in Lovina – mein Fuß rot und dick! 

 

Ich bin dann nur noch kurz zu dem Kiosk von Made gehumpelt und habe für morgen den Transport nach Ubud klar gemacht – angesagt waren eigentlich 300.000 Rps. Heute waren es dann aufgrund der Stopps, die wir natürlich einlegen wollen, schon 400.000 Rp.

Schlussendlich haben wir uns dann auf 325.000 Rps geeinigt. Die Frau von Made (ich weiß ihren Namen schon wieder nicht mehr, die heißen hier alle gleich …) war ein wenig entsetzt von dem Aussehen meines Fußes und hat mir den Tipp gegeben, zu einem balinesischen Heiler zu gehen, nicht zu einem Doktor. Ihrer Meinung nach sieht es so aus, als wären die „Venen verstopft“ (wenn ich das denn richtig verstanden habe). Sie hat noch versucht, eine alte Frau zu erreichen, die sich damit wohl gut auskennt, aber keine Chance. Werde ich also in Ubud in Angriff nehmen.

Abends waren wir um „Jungle“-Warung essen! Sehr geil, sehr lecker, sehr freundliche Atmosphäre. Dann hat Hannah noch ein wenig Tagebuch geschrieben, ich habe im Reiseführer geblättert und das war es dann auch schon wieder ….

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